Spielplatz auf der Kaserne?

Die SPÖ will einen Generationenpark auf dem ehemaligen Kasernenareal. Wie realistisch ist das?

Die Forderung:

Die SPÖ will die Errichtung eines Generationenparkes auf dem ehemaligen Kasernenareal. Die Gemeinde soll einen Teil des Grundstückes kaufen.

Die Antwort:

VP Sprecher GR Gottfried Forsthuber wundert sich: „Noch vor kurzem haben Regierung und Opposition an einem Strang gezogen. Gemeinsam wurde besprochen, was uns wichtig ist. Einerseits wie das ex-Kasernenareal genutzt werden soll, andererseits, dass das Areal möglichst nicht filetiert wird. Die Gemeinde hat keine 33,1 Millionen und auch nicht einen Teil von dieser Riesensumme. Außerdem ist es Aufgabe eines privaten Investors dieses Areal zu entwickeln.“ Und er fragt sich: „Wieso kann sich die SPÖ nicht an vereinbartes halten?“

Man merke: „Wahlkampf liegt in der Luft. ,Luftschlösser baun', Narrenkastl schaun, und a bisserl träumen.' ist zwar schön und gut, aber wir müssen jetzt der gemeinsamen Linie folgen. Davon hat die Stadt mehr, als von einem lieben Wahlkampfgag der SPÖ.“

 

Hier die gemeinsame Linie aller Parteien, der Stadtgemeinde Baden und der Martgemeinde Sooß. Diese hat noch im Februar 2014 gegolten. Jetzt offenbar nicht mehr?

 

Das Areal liegt großteils auf der Fläche der Stadtgemeinde Baden sowie zu einem kleineren Teil in der Marktgemeinde Sooß. Aus Sicht der beiden Gemeinden verfügt das Kasernenareal über ein wichtiges städte- und gemeindebauliches Potenzial. Dementsprechend bedarf es bezüglich der zukünftigen Nutzung des Areals richtungsweisender Weichenstellungen. Kommunale Anforderungen und übergeordnete Entwicklungsplanungen sind bei den Nachnutzungsüberlegungen unbedingt zu berücksichtigen.

Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen der Stadtgemeinde Baden und die Frau Bürgermeister der Marktgemeinde Sooß erarbeiteten daher mit Unterstützung der ecoplus gemeinsame „Grundprinzipien für eine interkommunale Nachnutzung“ des im Bundeseigentum stehenden Areals der Martinekkaserne.

Die Gemeinden wollen die SIVBEG bei den Verwertungs- bzw. Entwicklungsplanungen des Areals voll unterstützen, wenn die erarbeiteten Grundprinzipien bei der Käufer-/ Investorensuche ausreichende Berücksichtigung finden. Gleiches gilt auch für die Unterstützung potenzieller Kaufinteressenten. Für die Realisierung der erarbeiteten Vorgaben werden die Gemeinden ihre umfangreichen Kompetenzen in Fragen der Stadt- und Raumplanung sowie das Know - How der Gemeindeverwaltungen und vielfältige Kontakte aktiv einbringen.

Zusammenfassung der ausgearbeiteten Grundprinzipien:

• Die Vorlage einer plausiblen Dokumentation zur Bodenbeschaffenheit ist Voraussetzung für eine Zusammenarbeit der Gemeinden mit Verkäufern bzw. Käufern des Areals
• Eine Filetierung des Areals ist möglichst zu vermeiden
• Ein in enger Abstimmung mit den Gemeinden erstellter Masterplan, welcher die künftigen Flächennutzungen definiert, wird vorausgesetzt, damit die Gemeinden Investoren bei deren Realisierungsplänen unterstützen.
• Die Gemeinden unterstützen eine Mischnutzung mit Angeboten in den Bereichen Wohnen, Arbeiten, Freizeit bei kurzen Wegen und ausgewogenem sozialen Gefüge

• Ressourcenschonende Technologien, erneuerbare Energieträger und die Einbindung vorhandener Ressourcen (NÖM) sind zu berücksichtigen. Folgelasten und -kosten sind so weit wie möglich zu optimieren (Smart-City)
• Ausgeschlossen sind Nutzungen bzw. Bebauungen, welche das Stadt- und Landschaftsbild der Gemeinden beeinträchtigen, nur geringe Wertschöpfungseffekte erzielen (z.B. Lagerhallen), die bestehende Strukturen, insbesondere die Ortskerne kannibalisieren (EKZ) oder ressourcenverschwendend sind bzw. Anrainer übermäßig mit Emissionen belasten
• Die Gemeinden werden, sobald präsentierbare Ergebnisse vorliegen, die Bevölke-rung informieren im Sinne eines Dialogs mit den Bürger zur Entwicklung des Areals

Angestrebt werden folgenden Nutzungen:

• Vielfalt des Wohnens unter Berücksichtigung sozialer Aspekte, Wirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild sowie zukunftsorientierter Technologien und Infrastruktur
• Zu Baden passende wirtschaftliche Ansiedelung in den Bereichen Kreativwirtschaft, Dienstleister der Informations- und Kommunikationstechnologie und beratende Dienstleister, Kunst/Handwerk/Kultur, Gesundheit, Gründerzentren, Freizeitwirtschaft
• Bildungseinrichtungen
• Die Stadtgemeinde Baden bemüht sich um die NÖ Landesausstellung 2019. Dies ergibt die Chance, eine überregionale Bekanntheit für das Martinekareal bzw. dessen Nachnutzung zu erlangen.

Diese Grundprinzipien sollen in einem vom Verkäufer oder/und vom künftigen Käufer zu erstellenden Masterplan ihren Niederschlag finden. Damit entsteht für die Investoren Planungs- und Rechtssicherheit. Dieser Masterplan soll sowohl den unterschiedlichen Anforderungen der Entwicklung dieses großen Entwicklungsgebiets, als auch den sich ändernden gesellschaftlichen Bedürfnissen während des gesamten Entwicklungszeitraums gerecht werden.

Mit dieser Vorgangsweise wollen die Gemeinden die ihnen von den Bürgerinnen und Bürgern übertragene Steuerungsfunktion bestmöglich erfüllen und eine optimale Nachnutzung für das Areal unterstützten.